Einsam

Auch als wir wieder zurück waren, änderte sich nicht viel. Er spielte seine Spielchen mit mir. Die waren alle so in der Art und Weise wie bereits beschrieben. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Aber immer demütigend. Ich konnte mich schon lange nicht mehr wehren. Ich hatte einfach keine Kraft und keine Achtung mehr vor mir. Ich hatte mich einfach aufgegeben. Ich lebte nur um zu dienen. Und ich spielte meine Rolle als perfekte Ehefrau und Mutter so perfekt. Es bekam keiner mit. Niemand. Ich war so furchtbar einsam. Jahre nach dem Ausland hatte er plötzlich eine Freundin. Das sollte ich einfach akzeptieren, sonst wäre er weg. Mir war es egal, wenn er dort war, hatte ich wenigstens meine Ruhe. Das Perverse daran war bloß, dass ich ihn vermisste und mich abgelehnt fühlte. Ich litt wie ein Hund. Und dann merke ich auch noch, dass ich schwanger war.

Er wollte das Kind nicht. Er war voll dabei Karriere zu machen und wollte sich dabei nicht hindern oder belasten lassen. Aber ich konnte dieses Kind nicht wegmachen lassen, auch wenn ich  eigentlich ja nicht gewollt hatte. Also den Verkehr. Aber dafür konnte ja das Wesen nichts.

Und als das Kind da war, liebte ich es wie verrückt. Es war zauberhaft und ich konnte es lieben und hegen und pflegen. Er hatte nicht wirklich Interesse daran. Allerdings zogen wir um und er gab erst mal seine Freundin auf.

Ich begann Hoffnung zu schöpfen.

Ich war so dumm...

2.1.12 17:39

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