Ausland

Die Zeit lief davon. Der erste Hochzeitstag verlief recht unspektakulär. Aber so war ja auch unsere Hochzeit gewesen und unsere Flitterwochen. Romantik ist was anderes. Unser Kind wurde größer. Und dann musste er von der Arbeit ins Ausland. Wir durften mit. Wir bekamen eine schicke Wohnung gestellt in einem Vorort einer großen europäischen Stadt. Es war dort traumhaft. Meine Sprachkenntnisse reichten um einige Gespräche mit den Einheimischen führen zu können. Mit der Zeit wurden sie, auch durch das Einkaufen, noch besser. Ich hatte nichts weiter zu tun, als mich um unser Kind zu kümmern, Mittags das Essen auf dem Tisch zu haben und die Gegend zu erkunden. Wir konnten irgendwie nicht viel miteinander anfangen. Fernsehen war natürlich nur fremdsprachig. Das war eben nicht so spannend. Wir unternahmen viele Ausflüge in Nachbarländer, waren im Meer schwimmen usw. Aber irgendwie wurde er immer unzufriedener. Das war die Zeit als er begann mich anzuherrschen. Ihm schmeckte das Essen nicht, das Kind weinte zu viel, ich müsste mehr aus mir machen usw. Er fand immer einen Grund. Ich wurde immer stiller, da ich dort ja nicht wirklich jemanden zum Reden hatte. Handys gab es nicht und telefonieren war auch teuer.

Er fing dann auch an, mich sexuell zu erniedrigen. Erst waren es "einfache" Dinge wie mich aufs Bett schmeißen, mir den Rock hoch oder die Hose runter zu zerren, wie ein Verrückter in mich ein zudringen und mich dann vollgeschmiert liegen zu lassen. Es ging ihm da nur um seine Befriedigung.

Später durfte ich abends nur noch nackt sein, damit er immer an mir spielen konnte wie er wollte. Wenn ich ihn bat es nicht zu tun, lachte er nur und sagte, das wäre doch das was ich brauche.

Ich verstand es nicht, habe ihn aber immer noch geliebt. Ich wollte ihm eine gute Frau sein, wollte ihn zufrieden machen. Und er hat mir immer gesagt, das ist normal. Und wo sollte ich auch hin?

Wir stritten uns auch immer mehr. Ich wagte Widerworte, weil er mich verletzte. Das bekam mir gar nicht. Einen Abend, als das Kind tief und fest schlief musste ich mich vor ihn hinknien. Er sagte mir, dass er von meinem Verhalten sehr verletzt sein. Er nicht verstehen könnte, warum ich so gemein zu ihm bin. Er wolle doch nur mein Bestes. Und ich wäre nun mal eine schwierige Frau und müsste etwas härter angefasst werden als andere. Aber das wäre ja nicht seine Schuld sondern einzig meine. Und wenn ich das nicht einsehen würde, müsste er sich scheiden lassen. Unser Kind war nicht mal ein Jahr. Das jagte mir große Angst ein. Also nickte ich und sagte, dass ich ihn verstehe. Er fasste mir in die Haare und zog meinen Kopf nach hinten. Dabei fragte er, ob ich denn auch verstehen würde, dass er mich für mein Verhalten bestrafen muss, damit sowas nicht mehr vorkommt. Ich riss zwar die Augen angsterfüllt auf, aber nickte. Daraufhin lächelte er und das machte mich glücklich. Er befahl mir aber sofort mit harter Stimme mich auf alle viere zu stellen und so zu bleiben. Ich bekam sofort wieder Angst, folgte aber. Er ließ mich eine Ewigkeit so stehen. Ich konnte ihn nicht sehen, weil er hinter mir saß. Irgendwann ging er. Ich wagte mich nicht zu rühren, weil mir das schon mal überhaupt nicht bekommen ist. Plötzlich stand er hinter mir, er zog meinen Kopf hoch und stopfte mir eine Socke in den Mund, diese fixierte er auch noch mit einem Tuch. Ich wand mich und wollte unbedingt aus seinem Griff, ich hatte solche verdammte Angst. Er lachte aber nur und stellte seinen Fuß auf meinen Rücken und hielt mich damit auf den Boden. Dann schlang er mir ein Seil mit einer Schlinge um den Hals und sagte bloß, dass es immer enger wird je mehr ich mich bewege. Ich wollte trotzdem weg, aber er zog kräftig zu und ich bekam keine Luft. Das brach meinen Willen. Als ich still hielt, lobte er mich mit zärtlicher Stimme und Worten. Das gab mir Kraft. Allerdings nur bis wieder sein Gürtel auf meinem Hintern landete. Ich versuche dem zu entkommen und zog nach vorne. Ich versuchte hektisch Luft durch die Nase zu kriegen, aber es ging nichts mehr. 10 Schläge bekam ich noch mit, dann wurde ich ohnmächtig.

Als ich wach wurde war mit extrem kalt. Es war Winter und nicht sehr doll geheizt. Das zeigte mir, dass ich im Schlafzimmer sein musste. Ich wollte mich bewegen. Es ging nicht. Ich war regelrecht verschnürt und hatte die Leine immer noch um den Hals. Ich bekam Panik. Und ich nahm einen widerlichen Geruch wahr. Na um es kurz zu machen, er muss mich von oben bis unten vollgepinkelt haben und bespritzt. Ich stank und klebte. Ich lag auf dem Fußboden neben seinem Bett. Er schlief tief und fest. Ich weinte, aber lautlos, denn geknebelt war ich auch. Diese Nacht war sehr lang.

Morgens machte er mich los. Er schickte mich ins Bad wo ich mich aber nur mit kaltem Wasser waschen durfte. Dann sollte ich sein Frühstück machen. Unser Kind schlief noch immer. Also musste ich mein Frühstück zu seinen Füßen einnehmen. Danach zog er mich hoch und sagte mir wie stolz er auf mich sei. Wie tapfer ich die Strafe ertragen habe. Und das ich mich jetzt dafür bedanken dürfte. Ich bin fast an den Worten erstickt. Aber ich war nun schon sehr vorsichtig.

Die letzte Woche dort verlief sehr harmonisch. Ich durfte mich abends auf die Couch an ihn kuscheln und er streichelte mich sogar. Er betonte immer wieder wie lieb er mich hätte, wenn ich so ein sanftes Wesen sei. Also war ich es. Ich wollte doch schließlich, dass er glücklich ist...

5.12.11 14:40

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lia / Website (13.12.11 22:38)
Um Gottes Willen. Ich bin gerade so schockiert, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Das ist so unendlich grausam. Ich versuche morgen nochmal zu antworten, ich bin gerade echt zu geschockt. Darüber dass du das erleiden musstest und darüber das ein Mensch etwas so grauenvolles tun kann.


lia / Website (14.12.11 13:58)
Es ist wirklich unglaublich meine Liebe. Keines deiner Worte mag mir seit gestern Abend aus dem Kopf gehen. Es ist unbegreifbar, dass ein Mensch etwas so grausames tun kann wie dieser Mann. Und am liebsten würde ich nicht wahrhaben, dass solche schlimmen Dinge innerhalb von Beziehungen vorfallen können. Nicht zwischen Menschen die sich bekriegen oder hassen, sondern zwischen Menschen, die sich eigentlich lieben sollten.

Dass du mit all der Angst in dir und trotz der Demütigung, die du Sekunden vorher erleiden musstest, trotzdem noch willst, dass der Mensch, der dich so peinigt zufireden ist und lächelt, das sollte nicht so sein, aber das zeigt mir, dass du ganz genauso gefühlt hast wie ich. Dass du genauso wie ich die Bedürfnisse des anderen meilenweit über deine eigenen gestellt hast und mehr mit ihm mitgefühlt hast als mit dir selbst. Obwohl ich keinem Menschen der Welt wünschen würde jemals so gefühlt zu haben bin ich froh in dir einen Menschen gefunden zu haben, der ganz genau weiß, wie sich diese unglaublich heftige Abhängigkeit anfühlt.

Ich verstehe jedes Gefühl, dass du da oben beschrieben hast, jede einzelne Regung deiner Gedanken.

Du schreibst im letzten Absatz von der "letzten Woche". Ich hoffe das bedeutet, dass du nach dieser Folteraktion geflohen bist. Ich wünsche es dit nachträglich auch wenn es nichts mehr ändert.

Und meine Liebe, ich glaube ich kenne keinen Menschen, der so unglaublich stark ist wie du. Dass du es geschafft hast nach so schlimmen Erlebnissen weiterzuleben, ein Kind großzuziehen, weiterzukämpfen, das ist wirklich faszinierend. Ich bewundere deine Stärke und vielen Dank, dass du diesen Blog mit uns teilst.

Es war schrecklich das durchzulesen aber ich bin so froh dass ich es getan habe.

Ich hab dich lieb


(16.12.11 07:03)
Oh weh. Hier läuft gerade alles drunter und drüber und deshalb habe ich erst jetzt Zeit gefunden zu lesen. Danke für diese unglaublich verständnisvollen und guttuenden Worte. Fühle dich ganz doll gedrückt.
Sobald es hier wieder ein wenig ruhiger ist, schreibe ich weiter. Leider war das noch nicht das Ende der Fahnenstange.


lia / Website (16.12.11 15:38)
Ohje, das tut mir furchtbar leid.

Lass dir alle Zeit, die du brauchst. Ich hoffe bald geht nicht mehr alles drunter und drüber bei dir!

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