Am Anfang ist immer alles schön

Wir lernten uns im zarten Alter von 17 kennen. In der Disko, beim Pogo tanzen. Er fiel mir direkt auf die Füße. Und bemerkte mich nicht mal. Das reizte mich natürlich. Und so schubste ich ihn das nächste Mal so das er fast die Treppe hoch fiel. Er drehte sich um und sah mich an. Ich würde nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Aber ich wollte ihn haben. Einfach so. Na ja und nach ein paar Getränken, ein wenig geflirte, brachte er mich dann nach Hause. Und natürlich landeten wir im Bett.

Wir trafen uns dann häufiger und stellten fest, dass wir im gleichen Bezirk wohnten. Wir waren gleich alt und hatten die gleichen Interessen. Er war verrückt nach mir und hat sich viel gefallen lassen. Ich war zu der Zeit tatsächlich ein Biest. Wollte einfach nur Spaß haben. Dennoch wollte ich ihn auch nicht verlieren. Ich brauchte schon damals das Gefühl, dass mich jemand liebt.

Wir machten dann unsere Ausbildungen fertig. Ein Jahr danach wechselte ich in meine jetzige Firma. Dort bekamen wir dann auch unsere erste gemeinsame Wohnung. Inzwischen waren wir 20.

Es war schön dort. Wir richteten uns so ein wie wir wollten. Es war zwar nur ein Zimmer, ein winziges Bad und eine Kochnische, aber es war unser Reich. Komischerweise war nur ich dafür verantwortlich, wie es dort aussah. Aber gut, meine Arbeit war um die Ecke und fußläufig zu erreichen. Er musste quer durch die Stadt. Da war es ja verständlich, dass ich nach Arbeit einkaufen ging. Die Sachen zu Fuß nach Hause schleppte, mal eben durchsaugte usw. Er sollte es ja auch schön haben...

Ich war damals schon etwas ruhiger geworden. Ich wollte unbedingt eine intakte Familie. Etwas was ich so nicht kannte. Mich störte es schon, dass er sich nicht so verantwortlich fühlte, obwohl er durchaus bemerkte, wenn etwas nicht in Ordnung war. Aber das sollte ich dann eben besser machen.

Er hatte auf Arbeit einen "Mentor". Dieser versuchte ihn immer weiter aufzubauen. Das war prima für ihn. Schien ihn aber selber schon ein klein wenig zu verändern.

Dann kam der Tag, andem er zur Musterung sollte. Das erschien mir unmöglich. Ein Jahr ohne ihn. Wie sollte ich das nur überstehen?? Ich war fix und fertig. Außerdem waren wir doch schon 22. Er stand mitten im Beruf. Wir wären finanziell schlechter gestellt gewesen usw.

Tja und wie der Zufall es so will, war ich aber schwanger. Damit war das Thema Bundeswehr erledigt.

18.11.11 09:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lia / Website (18.11.11 10:26)
Ich würde mich sehr freuen, deine Geschichte weiter zu lesen. Was passierte danach? War das der Ehemann, von dem du in deinem "Über.." schreibst und wenn ja, wie konnte es dann so kippen?

Liebe Grüße (:

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