Einsam

Auch als wir wieder zurück waren, änderte sich nicht viel. Er spielte seine Spielchen mit mir. Die waren alle so in der Art und Weise wie bereits beschrieben. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Aber immer demütigend. Ich konnte mich schon lange nicht mehr wehren. Ich hatte einfach keine Kraft und keine Achtung mehr vor mir. Ich hatte mich einfach aufgegeben. Ich lebte nur um zu dienen. Und ich spielte meine Rolle als perfekte Ehefrau und Mutter so perfekt. Es bekam keiner mit. Niemand. Ich war so furchtbar einsam. Jahre nach dem Ausland hatte er plötzlich eine Freundin. Das sollte ich einfach akzeptieren, sonst wäre er weg. Mir war es egal, wenn er dort war, hatte ich wenigstens meine Ruhe. Das Perverse daran war bloß, dass ich ihn vermisste und mich abgelehnt fühlte. Ich litt wie ein Hund. Und dann merke ich auch noch, dass ich schwanger war.

Er wollte das Kind nicht. Er war voll dabei Karriere zu machen und wollte sich dabei nicht hindern oder belasten lassen. Aber ich konnte dieses Kind nicht wegmachen lassen, auch wenn ich  eigentlich ja nicht gewollt hatte. Also den Verkehr. Aber dafür konnte ja das Wesen nichts.

Und als das Kind da war, liebte ich es wie verrückt. Es war zauberhaft und ich konnte es lieben und hegen und pflegen. Er hatte nicht wirklich Interesse daran. Allerdings zogen wir um und er gab erst mal seine Freundin auf.

Ich begann Hoffnung zu schöpfen.

Ich war so dumm...

1 Kommentar 2.1.12 17:39, kommentieren

Ausland

Die Zeit lief davon. Der erste Hochzeitstag verlief recht unspektakulär. Aber so war ja auch unsere Hochzeit gewesen und unsere Flitterwochen. Romantik ist was anderes. Unser Kind wurde größer. Und dann musste er von der Arbeit ins Ausland. Wir durften mit. Wir bekamen eine schicke Wohnung gestellt in einem Vorort einer großen europäischen Stadt. Es war dort traumhaft. Meine Sprachkenntnisse reichten um einige Gespräche mit den Einheimischen führen zu können. Mit der Zeit wurden sie, auch durch das Einkaufen, noch besser. Ich hatte nichts weiter zu tun, als mich um unser Kind zu kümmern, Mittags das Essen auf dem Tisch zu haben und die Gegend zu erkunden. Wir konnten irgendwie nicht viel miteinander anfangen. Fernsehen war natürlich nur fremdsprachig. Das war eben nicht so spannend. Wir unternahmen viele Ausflüge in Nachbarländer, waren im Meer schwimmen usw. Aber irgendwie wurde er immer unzufriedener. Das war die Zeit als er begann mich anzuherrschen. Ihm schmeckte das Essen nicht, das Kind weinte zu viel, ich müsste mehr aus mir machen usw. Er fand immer einen Grund. Ich wurde immer stiller, da ich dort ja nicht wirklich jemanden zum Reden hatte. Handys gab es nicht und telefonieren war auch teuer.

Er fing dann auch an, mich sexuell zu erniedrigen. Erst waren es "einfache" Dinge wie mich aufs Bett schmeißen, mir den Rock hoch oder die Hose runter zu zerren, wie ein Verrückter in mich ein zudringen und mich dann vollgeschmiert liegen zu lassen. Es ging ihm da nur um seine Befriedigung.

Später durfte ich abends nur noch nackt sein, damit er immer an mir spielen konnte wie er wollte. Wenn ich ihn bat es nicht zu tun, lachte er nur und sagte, das wäre doch das was ich brauche.

Ich verstand es nicht, habe ihn aber immer noch geliebt. Ich wollte ihm eine gute Frau sein, wollte ihn zufrieden machen. Und er hat mir immer gesagt, das ist normal. Und wo sollte ich auch hin?

Wir stritten uns auch immer mehr. Ich wagte Widerworte, weil er mich verletzte. Das bekam mir gar nicht. Einen Abend, als das Kind tief und fest schlief musste ich mich vor ihn hinknien. Er sagte mir, dass er von meinem Verhalten sehr verletzt sein. Er nicht verstehen könnte, warum ich so gemein zu ihm bin. Er wolle doch nur mein Bestes. Und ich wäre nun mal eine schwierige Frau und müsste etwas härter angefasst werden als andere. Aber das wäre ja nicht seine Schuld sondern einzig meine. Und wenn ich das nicht einsehen würde, müsste er sich scheiden lassen. Unser Kind war nicht mal ein Jahr. Das jagte mir große Angst ein. Also nickte ich und sagte, dass ich ihn verstehe. Er fasste mir in die Haare und zog meinen Kopf nach hinten. Dabei fragte er, ob ich denn auch verstehen würde, dass er mich für mein Verhalten bestrafen muss, damit sowas nicht mehr vorkommt. Ich riss zwar die Augen angsterfüllt auf, aber nickte. Daraufhin lächelte er und das machte mich glücklich. Er befahl mir aber sofort mit harter Stimme mich auf alle viere zu stellen und so zu bleiben. Ich bekam sofort wieder Angst, folgte aber. Er ließ mich eine Ewigkeit so stehen. Ich konnte ihn nicht sehen, weil er hinter mir saß. Irgendwann ging er. Ich wagte mich nicht zu rühren, weil mir das schon mal überhaupt nicht bekommen ist. Plötzlich stand er hinter mir, er zog meinen Kopf hoch und stopfte mir eine Socke in den Mund, diese fixierte er auch noch mit einem Tuch. Ich wand mich und wollte unbedingt aus seinem Griff, ich hatte solche verdammte Angst. Er lachte aber nur und stellte seinen Fuß auf meinen Rücken und hielt mich damit auf den Boden. Dann schlang er mir ein Seil mit einer Schlinge um den Hals und sagte bloß, dass es immer enger wird je mehr ich mich bewege. Ich wollte trotzdem weg, aber er zog kräftig zu und ich bekam keine Luft. Das brach meinen Willen. Als ich still hielt, lobte er mich mit zärtlicher Stimme und Worten. Das gab mir Kraft. Allerdings nur bis wieder sein Gürtel auf meinem Hintern landete. Ich versuche dem zu entkommen und zog nach vorne. Ich versuchte hektisch Luft durch die Nase zu kriegen, aber es ging nichts mehr. 10 Schläge bekam ich noch mit, dann wurde ich ohnmächtig.

Als ich wach wurde war mit extrem kalt. Es war Winter und nicht sehr doll geheizt. Das zeigte mir, dass ich im Schlafzimmer sein musste. Ich wollte mich bewegen. Es ging nicht. Ich war regelrecht verschnürt und hatte die Leine immer noch um den Hals. Ich bekam Panik. Und ich nahm einen widerlichen Geruch wahr. Na um es kurz zu machen, er muss mich von oben bis unten vollgepinkelt haben und bespritzt. Ich stank und klebte. Ich lag auf dem Fußboden neben seinem Bett. Er schlief tief und fest. Ich weinte, aber lautlos, denn geknebelt war ich auch. Diese Nacht war sehr lang.

Morgens machte er mich los. Er schickte mich ins Bad wo ich mich aber nur mit kaltem Wasser waschen durfte. Dann sollte ich sein Frühstück machen. Unser Kind schlief noch immer. Also musste ich mein Frühstück zu seinen Füßen einnehmen. Danach zog er mich hoch und sagte mir wie stolz er auf mich sei. Wie tapfer ich die Strafe ertragen habe. Und das ich mich jetzt dafür bedanken dürfte. Ich bin fast an den Worten erstickt. Aber ich war nun schon sehr vorsichtig.

Die letzte Woche dort verlief sehr harmonisch. Ich durfte mich abends auf die Couch an ihn kuscheln und er streichelte mich sogar. Er betonte immer wieder wie lieb er mich hätte, wenn ich so ein sanftes Wesen sei. Also war ich es. Ich wollte doch schließlich, dass er glücklich ist...

5 Kommentare 5.12.11 14:40, kommentieren

Schwanger

Ich liebte es schwanger zu sein. Wir hatten schon lange probiert ein Kind zu bekommen und endlich war es soweit. Ich genoß die Schwangerschaft. Wir zogen in eine größere Wohnung um, richteten ein zauberhaftes kleines Babyzimmer ein. Ich freute mich riesig auf die Erweiterung unserer kleinen feinen Familie.

Dann war es soweit. Ich musste zur Kontrolle ins Krankenhaus. Die haben mich dann gleich dabehalten, weil die Herztöne des Babys nicht in Ordnung waren. Damit begann das warten. Nach zwei Tagen kamen dann auch Wehen. Wir gingen abends in den Kreissaal. Und nach quälenden, schmerzvollen, tränenreichen 13 Stunden war unser erstes Kind endlich da. Er hat die ganze Zeit an meiner Seite verbracht. Und nachdem ich all die anderen Babys bei ihrem ersten Schrei zugehört hatte, war ich doch etwas traurig das unser Kind keinen Mucks machte. Man zeigte es mir kurz und ging dann gleich damit. Nach ein paar Minuten kamen sie wieder und legten mir das kleine Bündel in den Arm. Es war ein Wunder.

Nachdem wir wieder zu Hause waren begann eine furchtbar anstrengende Zeit. Leider hatten wir ein Schreikind mit allem drum und dran. Ich kam zu gar nichts mehr. Mein Mann war viel auf Arbeit und wenn er nach Hause kam, nahm er sich das Baby und kuschelte mit ihm. Dann war alles in Ordnung. Ich durfte mich dann um den Haushalt kümmern und er verstand nicht, warum ich das nicht den ganzen Tag über machen konnte. Ihn störte das, weil er doch seine Ruhe brauchte.

Ich fühlte mich immer mehr in die Ecke gestellt. Hausfrau, Putze, Nanny. Ich wollte doch seine Frau sein. Aber er wurde immer härter, immer mehr der Businessmann. Und ich hatte nichts mehr außer dem Baby und den Haushalt. Mehr und mehr fühlte ich mich wertlos. Denn er war nicht etwa zufrieden mit dem was ich machte. Nein, ER hätte das alles besser gekonnt. Denn komischerweise, das Kind war ruhig und artig wenn er da war. Allerdings erlaubte er auch alles und machte in der Erziehung alles anders als ich.

2 Kommentare 22.11.11 10:29, kommentieren

Am Anfang ist immer alles schön

Wir lernten uns im zarten Alter von 17 kennen. In der Disko, beim Pogo tanzen. Er fiel mir direkt auf die Füße. Und bemerkte mich nicht mal. Das reizte mich natürlich. Und so schubste ich ihn das nächste Mal so das er fast die Treppe hoch fiel. Er drehte sich um und sah mich an. Ich würde nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Aber ich wollte ihn haben. Einfach so. Na ja und nach ein paar Getränken, ein wenig geflirte, brachte er mich dann nach Hause. Und natürlich landeten wir im Bett.

Wir trafen uns dann häufiger und stellten fest, dass wir im gleichen Bezirk wohnten. Wir waren gleich alt und hatten die gleichen Interessen. Er war verrückt nach mir und hat sich viel gefallen lassen. Ich war zu der Zeit tatsächlich ein Biest. Wollte einfach nur Spaß haben. Dennoch wollte ich ihn auch nicht verlieren. Ich brauchte schon damals das Gefühl, dass mich jemand liebt.

Wir machten dann unsere Ausbildungen fertig. Ein Jahr danach wechselte ich in meine jetzige Firma. Dort bekamen wir dann auch unsere erste gemeinsame Wohnung. Inzwischen waren wir 20.

Es war schön dort. Wir richteten uns so ein wie wir wollten. Es war zwar nur ein Zimmer, ein winziges Bad und eine Kochnische, aber es war unser Reich. Komischerweise war nur ich dafür verantwortlich, wie es dort aussah. Aber gut, meine Arbeit war um die Ecke und fußläufig zu erreichen. Er musste quer durch die Stadt. Da war es ja verständlich, dass ich nach Arbeit einkaufen ging. Die Sachen zu Fuß nach Hause schleppte, mal eben durchsaugte usw. Er sollte es ja auch schön haben...

Ich war damals schon etwas ruhiger geworden. Ich wollte unbedingt eine intakte Familie. Etwas was ich so nicht kannte. Mich störte es schon, dass er sich nicht so verantwortlich fühlte, obwohl er durchaus bemerkte, wenn etwas nicht in Ordnung war. Aber das sollte ich dann eben besser machen.

Er hatte auf Arbeit einen "Mentor". Dieser versuchte ihn immer weiter aufzubauen. Das war prima für ihn. Schien ihn aber selber schon ein klein wenig zu verändern.

Dann kam der Tag, andem er zur Musterung sollte. Das erschien mir unmöglich. Ein Jahr ohne ihn. Wie sollte ich das nur überstehen?? Ich war fix und fertig. Außerdem waren wir doch schon 22. Er stand mitten im Beruf. Wir wären finanziell schlechter gestellt gewesen usw.

Tja und wie der Zufall es so will, war ich aber schwanger. Damit war das Thema Bundeswehr erledigt.

2 Kommentare 18.11.11 09:49, kommentieren

Ich habe einige unschöne Tage hinter mir. Und die nächsten scheinen auch nicht besser zu werden. Ich verliere immer mehr den Halt unter den Füßen. Sollte das nicht eigentlich immer besser werden???

1 Kommentar 16.11.11 17:48, kommentieren

Hm naja. Bisher war kein wirkliches Highlight dabei. War beim Neurologen, soll nun Ergotherapie machen. Bin sehr gespannt was das wird. Mit Arbeit telefoniert. Muss ich am Montag dann noch mal. Auch das große Anspannung. Zu Hause versteht mich mal wieder keiner und es werden immer die selben Ansprüche an mich gestellt. Verstehen die nicht, dass ich sie nicht erfüllen KANN?!

Es tut weh, sich nach so langer Zeit immer noch erklären zu müssen. Als ob ich mir nicht selber immer wieder die gleichen Fragen stellen würde. Kann keiner sehen, dass ich in etwas gefangen bin, was ich nicht verstehe und nicht haben will. Ich kann die Depression immer noch nicht wirklich annehmen. Auch wenn ich rational weiß wie sehr ich mir damit im Weg stehe. Aber was soll ich machen? Ich bin jahrzehnte lang auf Leistung konditioniert. Das fällt nicht so einfach von einem ab. Und ich kämpfe wirklich. Gegen die Krankheit und gegen mein altes Leben. Aber es sind so viele Scherben, die muss ich erstmal alle auffegen...

2 Kommentare 11.11.11 16:23, kommentieren

Gestern war eigentlich ein ganz guter Tag. Klar gab es einige Tiefs, aber ich habe auch viel geschafft. Heute muss ich früh zum Arzt und dann einkaufen. Das bereitet mir immer noch Probleme. Und danach muss ich auf Arbeit anrufen. Das wird ja sehr anstrengend. Geht es doch um meine dortige Zukunft. Na ja, auch das werde ich schaffen.

Ansonsten habe ich gestern im Fernsehen gesehen, dass jemand meinen Traum lebt. Das hat mich zu Tränen gerührt. Ich wünschte, ich hätte auch diese Kraft und den Mumm dazu.

1 Kommentar 11.11.11 07:08, kommentieren